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Man sieht alles ein bisschen klarer
mit Augen, die geweint haben.



Freitag, 5. Februar 2010

Wir stellen ein: . . .


In seiner Ausgabe vom 30. März 1994 berichtet "Das Solinger" über Arbeitssuche in den Neunzigern - so "ändern" sich die Zeiten.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Gelassenheit - Mut - Weisheit


Gott gebe mir . . .

. . . die Gelassenheit, Dinge anzunehmen,
die ich nicht ändern kann,

eine nicht ganz leichte Übung, wenn diese Dinge an die menschliche und gefühlsmäßige Substanz gehen

. . . den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,

wenn Mut alleine reichen würde, wäre das ja gar nicht so schwierig

. . . und die Weisheit,
das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

da geht oft Eins ins Andere über; doch auch hier gilt aus meiner Sicht, dass der Weg das Ziel ist - beständig an sich arbeiten und beständig im Gespräch bleiben.

Jetzt fehlt mir nur noch die Anschrift, die Telefonnummer oder Email-Adresse von Gott, damit ich mich mal mit ihm in einer persönlichen Begegnung austauschen kann.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Ausgeschlossen vom Alltag


Meinen Eintrag vom 30.01.2010 "Einführung eines VRR-Sozialtickets" hat die Redaktion der Solinger Morgenpost zum Anlass genommen, das Thema aus der Sicht eines Betroffenen zu beleuchten.

Der vollständige Artikel ist hier nachzulesen.

Sonntag, 31. Januar 2010

Ich bin ein Taliban


Hiermit gestehe ich, dass ich ein Schläfer der Taliban bin, zugehörig zur "Zelle Bergisch Land", und hervorragend geschult in allen Formen der Subversion. Da mir langsam immer mehr bewusst wird, dass ich hier eine falsche Entscheidung getroffen habe - die ich selbstverständlich bereue -, kommt mir das Aussteigerprogramm der (CDU-)FDP-Bundesregierung sehr gelegen.

Ich wäre gegen Zahlung einer entsprechenden Prämie und zielgerichteter, individueller Unterstützung sehr gerne bereit, die Zelle und damit die Taliban zu verlassen. Gegen eine angemessene Aufstockung der Prämie würde ich sogar Namen nennen. Eine Bedingung wäre jedoch für meinen Ausstieg unabdingbar: Die Prämie muss in voller Höhe auf mein Arbeitslosengeld II (Hatz IV) anrechnungsfrei bleiben.

Die Umsetzung dieses Programms würde mir sehr helfen, meinen "Weg zurück in die Gesellschaft zu finden" und (wieder) ein nützliches Mitglied selbiger zu werden.

Samstag, 30. Januar 2010

Einführung eines VRR-Sozialtickets


Als langjährig von Hartz IV Betroffener begrüße ich ausdrücklich die Einführung eines Sozialtickets im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), auch wenn die Umsetzung seltsamerweise sechs Monate dauert - zumindest in meiner Heimatstadt Solingen.

Vorgesehen ist eine Ermäßigung des Tickets für die Preisstufe A von monatlich 27 Euro. Diese Ermäßigung sollte auch für die Betroffenen gelten, die bereits über ein Ticket B, C oder ein Bärenticket (wie ich ab 1. Dezember) verfügen. Nach meinem Dafürhalten bräuchte diese Ermäßigung nicht gestaffelt zu sein, sondern könnte einheitlich für alle Betroffenen der monatlichen Ermäßigung von 27 Euro der Preisstufe A entsprechen.

Für uns Arme bedeutet Teilhabe am sozialen Leben nicht nur finanzielle, sondern auch örtliche Beweglichkeit. Nicht nur Solingen hat Sehenswürdigkeiten, Wanderwege und Natur, sondern auch andere Städte und Regionen in NRW. Diese Regelung käme sowohl dem Image aller NRW-Städte zugute wie den Betroffenen, dem VRR und den Verkehrsverbünden.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Der Paritätische: Hartz IV ist auf der ganzen Linie gescheitert


Seitdem ich mein Blog schreibe, geißele ich als unmittelbar Betroffener immer wieder Hartz IV als ein Menschen verachtendes und zynisches Programm gegen die einfachen Menschen in unserem ach so armen Land, das den Bankmanagern 500 Milliarden schenkt, für die Armen in Haiti und die Armen im eigenen Land jedoch nur ein paar lächerlichen Millionen bereit stellt.

Das Scheitern von Hartz IV hat jetzt auch der Paritätische in einer Sonderseite zu Hartz IV bilanziert. So fordert er in einer Anti-Armuts-Agenda unter anderem die Anhebung der Regelsätze auf ein bedarfsgerechtes Niveau, eigene Regelsätze für Kinder und Jugendliche und die Wiedereinführung der Möglichkeit zur Gewährung einmaliger und atypischer Leistungen.

Bernd Köhler, der Geschäftsführer der ARGE Solingen, rechnet für 2010 mit einem Ansteigen der Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und sieht sich daher gezwungen, den Personalbestand der örtlichen ARGE um 10 % (= 15 Mitarbeiter) aufzustocken, um die Betreuung der Hartz IV-Betroffenen auch weiterhin sicherstellen zu können.

Dienstag, 26. Januar 2010

Zieleinlauf "nur" einbeinig


Auch wenn es mit meiner aktuellen Bewerbung nicht geklappt hat, so danke ich allen, die mir Daumen und Zehen gedrückt haben. Wesentlicher Grund war die Tatsache, dass die genannte Tätigkeit mich auf Dauer unterfordert hätte und weder ich noch mein Arbeitgeber zufrieden gewesen wären. Mir wurde jedoch angeboten, meine Unterlagen im Bewerberpool zu belassen für eine Verwaltungstätigkeit und sie auch an ein Kooperationsunternehmen - einen Krankenhausverbund - weiter zu geben mit der Bitte um Prüfung, ob dort in der Verwaltung eine Stelle für mich frei sei. Ausdrücklich lobend erwähnt wurde in diesem Zusammenhang meine erfolgreiche Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen.

Eine weitere Alternative gibt es noch über einen langjährigen Bekannten und Geschäftsführer eines großen örtlichen Unternehmens. Nach dem erfolgreichen Bau eines neues Geschäftsgebäude Mitte des Jahres soll mir dort die Tätigkeit am Empfang in Vollzeit anvertraut werden.

Mein neues Jahr hat beruflich also zufriedenstellend begonnen - möge es so weitergehen und auch andere Bereiche erfassen. Was soll einem "altgedienten Berufsoptimisten" wie mir bei so einem Beginn schon noch Schlimmes geschehen . . .

Sonntag, 24. Januar 2010

Die Kraft des Loslassens


Ich halte mich für einen Menschen mit vielfältigen Energievorräten. Doch mit Vorräten hat es so seine eigene Bewandnis - man muss sie nicht nur kennen, sondern sie auch gezielt einsetzen und manchmal sparsam sein mit der ein oder anderen Energie. So bedeutet das Loslassen von Gedanken und Gefühlen für mich immer wieder sehr viel Kraftanstrengung. Und das oftmals vergeblich.

Eine Freundin sieht das für sich sinngemäß so Wenn ich wüsste, dass morgen meine Existenz den Bach runtergeht, würde ich heute noch mal so richtig die Sau rauslassen. Sie ist ein Mensch, der sehr bewusst im Heute lebt und weniger im Gestern und Morgen als beispielsweise "meine Wenigkeit". Vom Kopf her kann ich diese Einstellung voll und ganz unterschreiben, aber vom Gefühl her kann ich das auf Grund meiner Entwicklung leider nicht im gewünschten Maß umsetzen. Denn warum soll ich mir letztlich zu viele Gedanken um Morgen machen, wenn ich Morgen angenehm überrascht werde oder es noch schlimmer kommt. Im letzteren Fall bräuchte ich viele von den Energien, die ich heute schon "verschwendet" habe. Absolut im Jetzt zu leben kann wohl niemand; doch würde ich mir für mich wünschen, meine Energien für Morgen sparsamer und damit kräftesparender einzusetzen.

Mein Kopf und mein Bauch stehen oft ganz schön im Widerspruch. Denn wenn ich alle meine Gedanken auch gefühlsmäßig umsetzen könnte, wäre ich ein sehr glücklicher Mensch mit wahnsinnig vielen Energien, die ich mit vollen Händen ausschütten könnte. Und dieser Vorratsbehälter wäre so prall gefüllt, dass es lange dauern würde, bis dass ich ihn wieder auffüllen müsste.

Samstag, 23. Januar 2010

Haiti nicht wieder vergessen


Auch wenn ich mich sehr schwer damit tue, andere Meinungen in mein "Gedankenbuch" zu übernehmen, so kann ich es in Einzelfällen nicht umgehen - wie bei dem Thema Haiti, über das Henrik Müller (Redakteur von verdi-news) in der aktuellen Ausgabe 01/2010 den folgenden "Zwischenruf" geschrieben hat, den ich so treffend nicht hätte schreiben können:

Die aktuellen Nachrichten aus Haiti verbieten diesmal flotte Sprüche, Spott und Sarkasmus, die meistens den "Zwischenruf" in "ver.di NEWS" prägen. Angemessen ist in diesen Tagen eine demütige Verneigung vor dem unbeschreiblichen Leid, das in der Karibik über Millionen Menschen gekommen ist, die ohnehin zu den ärmsten der Welt zählen. Und selbstverständlich braucht es jegliche finanzielle Hilfe, die geeignet ist, die aktue Not zu lindern. Beides sind wir den Menschen in Haiti schuldig. Aber wenn die größte Not vorbei ist, haben wir auch die Pflicht, nicht nur Haiti nicht einfach wieder zu vergessen, sondern nachhaltig über die gesellschaftspolitischen Konsequenzen nachzudenken, die es zu ziehen gilt. Denn das Ausmaß der Apokalypse in der Karibik ist nicht gottgewollt und auch nicht "nur" eine Naturkatastrophe. Es ist auch Folge kolonialer Ausplünderung und Ergebnis jahrhundertelanger Unterdrückung der Menschen durch Menschen.

Freitag, 22. Januar 2010

Eine "neue Dimension" der Gewalt


Wenn immer wieder Menschen grundlos überfallen werden - wie aktuell in Solingen, wo ein 17- und ein 77-Jähriger zu Opfern wurden -, so ist das keine "neue Dimension" der Gewalt, sondern schon seit vielen Jahren zunehmender Alltag. Wir sind heute nur feinfühliger gegen diese Art von Gewalt geworden.

Diese Art von Gewalt daher als "neue Dimension" zu bezeichnen, ist schlichtweg heuchlerisch und durch und durch verlogen. Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Auch ich verabscheue und verurteile Gewalt grundsätzlich. Doch was ist mit der Gewalt eines Roland Koch von der CDU-FDP-Spitze Gnaden, der wirtschaftliche, politische und soziale Gewalt gegen Arbeitslose verbreiten darf, ohne dass sich auch nur ein Staatsanwalt, Politiker und wer sonst so immer "gegen" Gewalt sich ausspricht bemüßigt fühlt, gegen einen solchen "Verbrecher im weißen Kragen" juristisch vorzugehen!?! In meinen Augen und nach meinem Dafürhalten ist Roland Koch ein Krimineller, der auf Grund seines Status unbestraft Volkshetze betreiben darf - denn auch Arbeitslose gehören zum Volk (man lese, höre und staune). Erst heute habe ich noch im Bus die Sätze gehört: "Die Arbeitslosen sind doch faule Schweine. Die wollen doch gar nicht arbeiten gehen." Es gibt genügend Menschen, bei denen die Hetze des Roland Koch auf fruchtbaren Boden fällt. Es ging einmal der Spruch durchs Land "Wehret den Anfängen!" Welchen Anfängen?

Auch wenn es heißt, dass Roland Koch auch aus den eigenen Reihen kritisiert wird, so halte ich diese Kritik für verlogen. Wäre sie ehrlich gemeint, so wäre Koch schon längst nicht mehr auf seinem Posten. Aber die CDU und ihre Kreise brauchen ihr Fußvolk, das die Drecksarbeit für sie macht. Mit dieser unehrlichen Kritik will die CDU (und klammheimlich sicherlich auch die FDP) sich nur einen sozialen Mantel umhängen, um die NRW-Landtagswahlen am 09. Mai des Jahres zu gewinnen, um anschließend die Hetze ihres Kanalarbeiters in die Tat umzusetzen.

Noch ein Wort zum Begriff Gewalt: Es ist eine perverse politische und juristische Denk- und Handlungsweise, dass körperliche Gewalt gegen Menschen und Sachen(!) strafbar ist, jede andere Form von Gewalt (z.B. Hartz IV, Mobbing, Entlassungen usw.) straffrei ist oder nur unter äußerst schwierigen Bedingungen für die Opfer zu deutlichen und nachhaltigen Strafen für die Täter (im weißen Kragen) führt.